Bitte um den geraden Weg
اهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ، صِرَاطَ الَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ، غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ، وَلَا الضَّالِّينَ.
اهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ صِرَاطَ الَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَلَا الضَّالِّينَ
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Leite uns den geraden Weg, den Weg derjenigen, denen Du Gunst erwiesen hast, nicht derjenigen, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden!
Arabischer Text: اهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ صِرَاطَ الَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَلَا الضَّالِّينَ Offizielle Übersetzung: Leite uns den geraden Weg, den Weg derjenigen, denen Du Gunst erwiesen hast, nicht derjenigen, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden! Bedeutung: Form: Imperativ in der Bedeutung einer demütigen Bitte (الأَمْرِ فِعْلُ). Das wichtigste und am häufigsten wiederholte Bittgebet im Islam (الدعَاءِ جَامِعُ). Es vereint in sich die Bitte sowohl um die Wegweisung zur Wahrheit (الإِرْشَادِ ةُ) als auch um das Gelingen, ihr zu folgen (التوْفِيقِ هِدَايَةُ).
Tafsīr von Scheich ʿAbd ar-Raḥmān as-Saʿdī
Dann sagte Allah, der Erhabene: „Leite uns auf den geraden Weg“ – das heißt: Zeige uns und leite uns, und gewähre uns Erfolg auf dem geraden Weg. Er ist der klare Weg, der zu Allah und zu Seinem Paradies führt; er besteht darin, die Wahrheit zu erkennen und nach ihr zu handeln. So leite uns zum Weg und leite uns auf dem Weg. Die Leitung zum Weg bedeutet, an der Religion des Islam festzuhalten und alle anderen Religionen zu verlassen.
Die Leitung auf dem Weg umfasst die Führung zu allen Einzelheiten der Religion, in Wissen und Handeln. Dieses Bittgebet gehört somit zu den umfassendsten und nützlichsten Bittgebeten für den Diener. Deshalb ist es für den Menschen verpflichtend, Allah in jeder Rakʿah seines Gebets darum zu bitten, da er dessen dringend bedarf.
Dieser gerade Weg ist „der Weg derer, denen Du Gunst erwiesen hast“: der Propheten, der Wahrhaftigen, der Märtyrer und der Rechtschaffenen. Nicht der Weg derer, die „Deinen Zorn auf sich gezogen haben“ – jener, die die Wahrheit erkannt und sie dennoch verlassen haben, wie die Juden und ihresgleichen. Und nicht der Weg der „Irregegangenen“ – jener, die die Wahrheit aus Unwissenheit und Irrtum verlassen haben, wie die Christen und ihresgleichen. Diese Sure enthält trotz ihrer Kürze, was keine andere Sure des Qurʾān in sich vereint.
Sie umfasst die drei Arten des Tauḥīd: den Tauḥīd der Herrschaft, der aus den Worten „Herr der Welten“ hervorgeht; den Tauḥīd der Anbetung, nämlich Allah allein mit der Anbetung zu widmen, was sich aus dem Wort „Allah“ und den Worten „Dir allein dienen wir“ ergibt; und den Tauḥīd der Namen und Eigenschaften, nämlich Allah, dem Erhabenen, die Eigenschaften der Vollkommenheit zu bestätigen, die Er sich selbst bestätigt hat und die Sein Gesandter Ihm bestätigt hat, ohne sie zu leugnen, ihnen eine Gestalt zuzuschreiben oder sie mit den Eigenschaften der Geschöpfe gleichzusetzen.
Darauf weist, wie bereits erwähnt, das Wort „Lob“ hin. Sie umfasst ferner den Beweis des Prophetentums in den Worten „Leite uns auf den geraden Weg“, denn dies ist ohne die Gesandtschaft nicht möglich. Und sie bestätigt die Vergeltung für die Taten in den Worten „Herrscher am Tag des Gerichts“ sowie, dass die Vergeltung gerecht erfolgt, denn ad-dīn bedeutet Vergeltung nach Gerechtigkeit. Sie umfasst ferner die Bestätigung der göttlichen Vorherbestimmung und dass der Diener tatsächlich handelt – im Gegensatz zu den Qadariten und den Dschabariten.
Vielmehr enthält sie in den Worten „Leite uns auf den geraden Weg“ auch die Widerlegung aller Anhänger religiöser Neuerungen, denn dieser Weg besteht darin, die Wahrheit zu erkennen und nach ihr zu handeln. Jeder, der eine religiöse Neuerung einführt, widerspricht dem. Ebenso umfasst sie die Aufrichtigkeit der Religion gegenüber Allah, dem Erhabenen, sowohl in der Anbetung als auch in der Bitte um Hilfe, in den Worten: „Dir allein dienen wir, und Dich allein bitten wir um Hilfe.“ Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Und: Irrtum; irregegangen.
Tafsīr von Imam Ibn Kaṯīr
„Leite uns auf den geraden Weg.“ Die Mehrheit liest mit ص, und es wurde auch „السراط“ gelesen, ferner mit ز. Al-Farrāʾ sagte: Dies ist die Sprache der Banū ʿUḏra, Balqayn und Banū Kalb.
Nachdem zuvor der Lobpreis desjenigen ausgesprochen wurde, an den die Bitte gerichtet ist – gepriesen und erhaben ist Er –, passt es, darauf mit einer Bitte zu folgen. So heißt es: „Die eine Hälfte ist für Mich und die andere Hälfte für Meinen Diener, und Meinem Diener gebührt, worum er bittet.“ Dies ist die vollkommenste Art, eine Bitte vorzubringen: dass man denjenigen, den man bittet, zunächst lobt und dann sein Anliegen vorträgt. Denn das führt eher zur Erfüllung des Anliegens und bewirkt wirksamer eine Antwort.
Deshalb hat Allah, erhaben ist Er, Seine Diener dazu angeleitet, denn dies ist die vollkommenste Weise.
Manchmal erfolgt eine Bitte, indem man den eigenen Zustand und die eigene Bedürftigkeit schildert, wie Mūsā, Friede sei auf ihm, sagte: „Mein Herr, ich bin wahrlich bedürftig nach jedem Guten, das Du zu mir herabsendest“ (al-Qaṣaṣ 28:24). Bisweilen geht dem zugleich eine Beschreibung desjenigen voraus, an den die Bitte gerichtet ist, wie bei Ḏū n-Nūn: „Es gibt keine Gottheit außer Dir. Preis sei Dir! Ich gehörte wahrlich zu den Ungerechten“ (al-Anbiyāʾ 21:87).
Manchmal besteht sie lediglich darin, den Angerufenen zu loben, wie der Dichter sagte:
„Soll ich mein Anliegen nennen, oder genügt mir schon deine Scham? Denn Scham ist dein Wesen. Wenn einer dich einst lobt, genügt ihm das Lob, statt dich um etwas zu bitten.“
„Leitung“ bedeutet hier Führung und Beistand zum Erfolg. Das Verb „leiten“ kann hier mit einem direkten Objekt stehen, wie in „Leite uns auf den geraden Weg“. Damit ist die Bedeutung von „Gib uns Eingebung“, „gewähre uns Erfolg“, „schenke uns“ oder „gib uns“ eingeschlossen. In „Und Wir zeigten ihm die beiden Wege“ (al-Balad 90:10) bedeutet es: Wir machten ihm das Gute und das Böse deutlich.
Das Verb kann auch mit إلى stehen, wie Allahs Wort: „Er erwählte ihn und leitete ihn zu einem geraden Weg“ (an-Naḥl 16:121), und: „Führt sie zum Weg der Hölle“ (aṣ-Ṣāffāt 37:23). Dann hat es die Bedeutung von Führung und Wegweisung. Ebenso Allahs Wort: „Und du leitest wahrlich zu einem geraden Weg“ (aš-Šūrā 42:52). Es kann ferner mit ل stehen, wie die Bewohner des Paradieses sagen: „Alles Lob gebührt Allah, der uns hierzu geleitet hat“ (al-Aʿrāf 7:43), das heißt: Er gewährte uns hierzu den Erfolg und machte uns dessen würdig.
Was nun den geraden Weg angeht, so sagte Imām Abū Ǧaʿfar ibn Ǧarīr: „Alle Gelehrten der Koranexegese sind sich darin einig, dass der gerade Weg der klare Weg ist, der keine Krümmung aufweist. Das gilt ebenso für die Sprache aller Araber.“ Als Beleg dafür führte er die Worte von Ǧarīr ibn ʿAṭiyya al-Ḫaṭafī an:
„Der Befehlshaber der Gläubigen ist auf einem Weg, der gerade bleibt, selbst wenn die Wasserläufe sich krümmen.“
Er sagte: „Die Belege dafür sind zahlreicher, als dass man sie aufzählen könnte.“ Dann, so sagte er, entlehnten die Araber das Wort „Weg“ und gebrauchten es für jede Aussage und Handlung, die als gerade oder krumm beschrieben wird: Das Gerade bezeichnen sie als gerade, das Gekrümmte als krumm.
Die Ausdrücke der frühen und späteren Koranexegeten bei der Erklärung des „Weges“ unterscheiden sich, doch laufen sie inhaltlich auf eine einzige Sache hinaus: Allah und dem Gesandten zu folgen. Es wurde überliefert, dass damit Allahs Buch gemeint sei. Ibn Abī Ḥātim sagte: „Al-Ḥasan ibn ʿArafa berichtete uns: Yaḥyā ibn Yamān berichtete mir, von Ḥamza az-Zayyāt, von Saʿd – das ist Abū al-Muḫtār aṭ-Ṭāʾī –, von dem Neffen von al-Ḥāriṯ al-Aʿwar, von al-Ḥāriṯ al-Aʿwar, von ʿAlī ibn Abī Ṭālib, möge Allah mit ihm zufrieden sein, der sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Der gerade Weg ist Allahs Buch.‘“
Ibn Ǧarīr überlieferte dies ebenfalls über Ḥamza ibn Ḥabīb az-Zayyāt. Aḥmad und at-Tirmiḏī überlieferten es auch über al-Ḥāriṯ al-Aʿwar von ʿAlī, als Aussage des Propheten ﷺ: „Es ist Allahs festes Seil, die weise Ermahnung und der gerade Weg.“ Diese Überlieferung ist auch als Aussage ʿAlīs ohne Zuschreibung an den Propheten überliefert worden, und das ist wohl eher zutreffend. Allah weiß es am besten.
Aṯ-Ṯawrī überlieferte von Manṣūr, von Abū Wāʾil, von ʿAbdullāh: „Der gerade Weg ist Allahs Buch.“ Andere sagten: Es ist der Islam. Aḍ-Ḍaḥḥāk überlieferte von Ibn ʿAbbās, dass Ǧibrīl zu Muḥammad, Friede sei auf ihnen beiden, sagte: „Sprich: ‚O Muḥammad, leite uns auf den geraden Weg.‘“ Das bedeutet: „Leite uns auf den Weg, der führt“, nämlich auf Allahs Religion, in der es keine Krümmung gibt.
Maymūn ibn Mihrān überlieferte von Ibn ʿAbbās zur Aussage „Leite uns auf den geraden Weg“: „Das ist der Islam.“ Ismāʿīl ibn ʿAbd ar-Raḥmān as-Suddī al-Kabīr überlieferte von Abū Mālik und von Abū Ṣāliḥ, von Ibn ʿAbbās, sowie von Murra al-Hamdānī, von Ibn Masʿūd, und von einigen Gefährten des Propheten ﷺ: „Leite uns auf den geraden Weg“ – sie sagten: „Das ist der Islam.“ ʿAbdullāh ibn Muḥammad ibn ʿAqīl überlieferte von Ǧābir: „Der gerade Weg ist der Islam.“ Er sagte: „Er ist weiter als das, was zwischen Himmel und Erde liegt.“
Ibn al-Ḥanafiyya sagte zu Allahs Wort „Leite uns auf den geraden Weg“: „Es ist Allahs Religion, von der Er nichts anderes von den Dienern annimmt.“ ʿAbd ar-Raḥmān ibn Zayd ibn Aslam sagte: „Der gerade Weg ist der Islam.“
In einem Hadith, den Imām Aḥmad in seinem Musnad überlieferte, heißt es: „Al-Ḥasan ibn Sawwār Abū al-ʿAlāʾ berichtete uns: Layṯ – das heißt Ibn Saʿd – berichtete uns, von Muʿāwiya ibn Ṣāliḥ, dass ʿAbd ar-Raḥmān ibn Ǧubayr ibn Nufayr ihm von seinem Vater berichtete, von an-Nawwās ibn Samʿān, vom Gesandten Allahs ﷺ, der sagte: ‚Allah prägte das Gleichnis eines geraden Weges. An beiden Seiten des Weges befinden sich zwei Mauern, in denen offene Türen sind; über den Türen hängen herabgelassene Vorhänge. Am Eingang des Weges ruft ein Rufer: „O ihr Menschen, tretet alle auf den Weg ein und biegt nicht davon ab!“
Und ein Rufer ruft oberhalb des Weges. Wenn ein Mensch eine dieser Türen öffnen will, sagt er zu ihm: „Wehe dir, öffne sie nicht! Wenn du sie öffnest, wirst du hineintreten.“ Der Weg ist der Islam, die beiden Mauern sind Allahs Grenzen, die offenen Türen sind Allahs Verbote.
Der Rufer am Anfang des Weges ist Allahs Buch; der Rufer oberhalb des Weges ist Allahs Mahner im Herzen eines jeden Muslims.‘“
So überlieferten ihn auch Ibn Abī Ḥātim und Ibn Ǧarīr über Layṯ ibn Saʿd. At-Tirmiḏī und an-Nasāʾī überlieferten ihn beide von ʿAlī ibn Ḥuǧr, von Baqiyya, von Buǧayr ibn Saʿd, von Ḫālid ibn Maʿdān, von Ǧubayr ibn Nufayr, von an-Nawwās ibn Samʿān. Seine Überlieferungskette ist authentisch. Allah weiß es am besten.
Muǧāhid sagte zu „Leite uns auf den geraden Weg“: „Das ist die Wahrheit.“ Dies ist umfassender, und es steht nicht im Widerspruch zum zuvor Gesagten. Ibn Abī Ḥātim und Ibn Ǧarīr überlieferten von Abū an-Naḍr Hāšim ibn al-Qāsim: Ḥamza ibn al-Muġīra berichtete uns, von ʿĀṣim al-Aḥwal, von Abū al-ʿĀliya, zur Aussage „Leite uns auf den geraden Weg“: „Das ist der Prophet ﷺ und nach ihm seine beiden Gefährten.“ ʿĀṣim sagte: „Wir erwähnten dies al-Ḥasan, und er sagte: ‚Abū al-ʿĀliya hat recht und hat guten Rat gegeben.‘“
All diese Aussagen sind zutreffend und ergänzen einander. Wer dem Propheten ﷺ folgt und sich an den beiden hält, die nach ihm kamen, Abū Bakr und ʿUmar, der folgt der Wahrheit. Wer der Wahrheit folgt, folgt dem Islam; und wer dem Islam folgt, folgt dem Koran, Allahs Buch und Seinem festen Seil sowie Seinem geraden Weg. All dies ist zutreffend, und jede Aussage bestätigt die andere. Alles Lob gebührt Allah.
Aṭ-Ṭabarānī sagte: „Muḥammad ibn al-Faḍl as-Saqaṭī berichtete uns: Ibrāhīm ibn Mahdī al-Muṣīṣī berichtete uns: Yaḥyā ibn Zakariyyā ibn Abī Zāʾida berichtete uns, von al-Aʿmaš, von Abū Wāʾil, von ʿAbdullāh, der sagte: ‚Der gerade Weg ist der Weg, auf dem uns der Gesandte Allahs ﷺ zurückgelassen hat.‘“
Deshalb sagte Imām Abū Ǧaʿfar ibn Ǧarīr, Allah erbarme sich seiner: „Die Deutung dieses Verses, die mir am ehesten zutreffend erscheint – ich meine ‚Leite uns auf den geraden Weg‘ –, ist, dass damit gemeint ist: Gewähre uns den Erfolg, auf dem zu beharren, was Du gebilligt hast und worin Du denen von Deinen Dienern Erfolg gewährt hast, denen Du Gnade erwiesen hast, hinsichtlich Wort und Tat. Das ist der gerade Weg.
Denn wem Erfolg in dem gewährt wird, worin Allah den Propheten, den Wahrhaftigen, den Märtyrern und den Rechtschaffenen Erfolg gewährt hat, dem wird Erfolg im Islam, in der Bestätigung der Gesandten, im Festhalten am Buch, im Befolgen dessen, was Allah ihm befohlen hat, im Meiden dessen, was Er ihm untersagt hat, und im Folgen des Weges des Propheten ﷺ, des Weges der vier rechtgeleiteten Kalifen und jedes rechtschaffenen Dieners gewährt. All dies gehört zum geraden Weg.“
Wenn gefragt wird: „Wie kann ein Gläubiger zu jeder Zeit, im Gebet und außerhalb davon, um Rechtleitung bitten, obwohl er bereits rechtgeleitet ist? Ist das nicht ein Verlangen nach etwas bereits Erreichtem?“ lautet die Antwort: Nein. Wenn der Diener nicht Tag und Nacht darauf angewiesen wäre, Allah um Rechtleitung zu bitten, hätte Allah ihn nicht dazu angeleitet.
Der Diener ist in jeder Stunde und in jeder Lage auf Allah, erhaben ist Er, angewiesen, damit Er ihn auf der Rechtleitung festigt, sie in ihm verankert, ihm Einsicht gewährt, sie vermehrt und ihn darin beständig bleiben lässt. Denn der Diener vermag sich selbst weder Nutzen noch Schaden zuzufügen, außer was Allah will. Daher leitete Allah ihn an, Ihn jederzeit um Beistand, Standhaftigkeit und Erfolg zu bitten. Glücklich ist, wem Allah, erhaben ist Er, Erfolg dazu gewährt, Ihn zu bitten.
Denn Er hat zugesagt, dem Bittenden zu antworten, wenn dieser Ihn anruft – insbesondere dem Bedrängten, Bedürftigen und auf Ihn Angewiesenen in den Stunden der Nacht und an den Tagesrändern.
Allah, erhaben ist Er, sagte: „O ihr, die ihr glaubt, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an das Buch, das Er zuvor herabgesandt hat …“ (an-Nisāʾ 4:136). Er befahl den Gläubigen, zu glauben; darin liegt kein Verlangen nach etwas bereits Erreichtem, denn gemeint ist, im Glauben standhaft und beständig zu bleiben und die Handlungen fortzusetzen, die dazu beitragen. Allah weiß es am besten.
Allah befahl Seinen gläubigen Dienern auch zu sagen: „Unser Herr, lass unsere Herzen nicht abirren, nachdem Du uns rechtgeleitet hast, und schenke uns Barmherzigkeit von Dir. Du bist wahrlich der viel Schenkende“ (Āl ʿImrān 3:8). Abū Bakr aṣ-Ṣiddīq, möge Allah mit ihm zufrieden sein, pflegte diesen Vers im dritten Rakʿa des Maghrib-Gebets nach al-Fātiḥa leise zu rezitieren. Die Bedeutung von Allahs Wort „Leite uns auf den geraden Weg“ ist also: „Lass uns darauf bleiben und wende uns nicht davon ab.“
[Die Bitte um Rechtleitung wird im Koran auch an anderen Stellen erwähnt: al-Qaṣaṣ 28:24; al-Anbiyāʾ 21:87; al-Balad 90:10; an-Naḥl 16:121; aṣ-Ṣāffāt 37:23; aš-Šūrā 42:52; al-Aʿrāf 7:43. Die Verweise auf an-Nisāʾ 4:136 und die Vorzüge des Korans sind zuvor behandelt worden.]
Zuvor wurde der Hadith erwähnt, in dem es heißt: Wenn der Diener „Leite uns auf den geraden Weg“ und den Rest der Sure sagt, spricht Allah: „Dies ist für Meinen Diener, und Meinem Diener gebührt, worum er gebeten hat.“
Allahs Wort „den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast“ erklärt den geraden Weg. Bei den Grammatikern gilt es als Ersatz dafür; es kann auch als erläuternde Apposition verstanden werden. Allah weiß es am besten. Diejenigen, denen Allah Gnade erwiesen hat, sind die in der Sure an-Nisāʾ erwähnten Menschen, wo Er sagt: „Wer Allah und dem Gesandten gehorcht, wird mit denen sein, denen Allah Gnade erwiesen hat: den Propheten, den Wahrhaftigen, den Märtyrern und den Rechtschaffenen.
Welch gute Gefährten sind das! Das ist die Huld von Allah, und Allah genügt als Allwissender“ (an-Nisāʾ 4:69–70).
Aḍ-Ḍaḥḥāk überlieferte von Ibn ʿAbbās: „Der Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, durch ihren Gehorsam Dir gegenüber und ihre Anbetung: von Deinen Engeln, Propheten, Wahrhaftigen, Märtyrern und Rechtschaffenen.“ Dies entspricht dem Wort unseres Herrn, erhaben ist Er: „Wer Allah und dem Gesandten gehorcht, wird mit denen sein, denen Allah Gnade erwiesen hat …“ Abū Ǧaʿfar überlieferte von ar-Rabīʿ ibn Anas: „Der Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast – das sind die Propheten.“ Ibn Ǧurayǧ überlieferte von Ibn ʿAbbās: „Es sind die Gläubigen.“ Muǧāhid sagte dasselbe.
Wakīʿ sagte: „Es sind die Muslime.“ ʿAbd ar-Raḥmān ibn Zayd ibn Aslam sagte: „Es sind der Prophet ﷺ und die, die mit ihm waren.“ Die zuvor von Ibn ʿAbbās überlieferte Erklärung ist umfassender. Allah weiß es am besten.
Allahs Wort „nicht derer, denen gezürnt wird, und nicht der Irregehenden“ bedeutet: „Leite uns auf den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast“ – deren Eigenschaften zuvor beschrieben wurden. Sie sind die Menschen der Rechtleitung, der Geradlinigkeit und des Gehorsams gegenüber Allah und Seinen Gesandten, die Seine Gebote erfüllen und Seine Verbote und Warnungen meiden. Nicht den Weg derer, denen gezürnt wird, deren Wille verdorben ist: Sie erkannten die Wahrheit und wandten sich von ihr ab.
Und auch nicht den Weg der Irregehenden, denen das Wissen fehlt und die daher in der Irre umherirren und den Weg zur Wahrheit nicht finden.
Die Aussage wurde durch „nicht“ bekräftigt, um zu zeigen, dass es zwei verderbliche Wege gibt: den Weg der Juden und den der Christen. Einige Grammatiker meinten, „nicht die“ sei hier eine Ausnahme; demnach wäre die Ausnahme abgetrennt, da jene von denjenigen ausgenommen würden, denen Gnade erwiesen wurde, obwohl sie nicht zu ihnen gehören. Die von uns angeführte Erklärung ist jedoch vorzuziehen, wie die Worte des Dichters zeigen:
„Als wärst du eines der Kamele der Banū Uqayš, das mit seinem Beutel an den Beinen rasselt.“
Das heißt: „Als wärst du ein Kamel unter den Kamelen der Banū Uqayš.“ Das beschriebene Substantiv wurde weggelassen und man begnügte sich mit der Eigenschaft. Ebenso bedeutet „nicht derer, denen gezürnt wird“: „nicht der Weg derer, denen gezürnt wird“. Das Bezugswort wurde ausgelassen, und man begnügte sich mit der Genitivverbindung, denn der Zusammenhang macht es deutlich: Allah sagt „Leite uns auf den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast“, und danach: „nicht derer, denen gezürnt wird“.
Manche meinten, das „nicht“ in „und nicht der Irregehenden“ sei überflüssig, sodass die Aussage ihrer Auffassung nach lautete: „nicht derer, denen gezürnt wird, und der Irregehenden“. Als Beleg führten sie eine Dichterzeile an: „In einem Brunnen ohne Unheil zog er dahin, ohne es zu merken“, womit gemeint sei: „in einem Brunnen des Unheils“. Richtig ist jedoch, was wir zuvor ausgeführt haben.
Darum überlieferte Abū ʿUbayd al-Qāsim ibn Sallām in seinem Buch „Faḍāʾil al-Qurʾān“ von Abū Muʿāwiya, von al-Aʿmaš, von Ibrāhīm, von al-Aswad, von ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass er rezitierte: „nicht derer, denen gezürnt wird, und nicht der Irregehenden.“ Die Überlieferungskette ist authentisch. Dies ist so zu verstehen, dass er die Lesart erklärend vortrug. Sie belegt somit unsere Aussage, dass das Wort „nicht“ hinzugefügt wurde, um die Verneinung zu bekräftigen und die beiden Wege voneinander zu unterscheiden, damit beide gemieden werden.
Der Weg der Gläubigen umfasst das Wissen um die Wahrheit und das Handeln nach ihr. Die Juden ließen das Handeln, die Christen ließen das Wissen. Deshalb gilt der Zorn den Juden und die Irre den Christen: Wer die Wahrheit kennt und sie aufgibt, verdient Zorn, anders als einer, der sie nicht kennt. Da die Christen zwar etwas anstrebten, aber den Weg dorthin nicht fanden, weil sie nicht durch das richtige Tor eintraten – nämlich durch das Folgen des wahren Gesandten –, gingen sie irre.
Sowohl die Juden als auch die Christen sind irregehend und solche, denen gezürnt wird; doch ist der Zorn die hervorstechendste Eigenschaft der Juden und die Irre die hervorstechendste Eigenschaft der Christen. Dies wird durch die Hadithe und Überlieferungen belegt.
Imām Aḥmad sagte: „Muḥammad ibn Ǧaʿfar berichtete uns: Šuʿba berichtete uns: Ich hörte Simāk ibn Ḥarb sagen: Ich hörte ʿAbbād ibn Ḥubayš von ʿAdī ibn Ḥātim berichten, der sagte: ‚Reiter des Gesandten Allahs ﷺ kamen und nahmen meine Tante und einige andere Menschen gefangen. Als sie sie zum Gesandten Allahs ﷺ brachten, standen sie vor ihm in einer Reihe. Meine Tante sagte: „O Gesandter Allahs, der Bote ist weit entfernt und die Nachkommen sind ausgeblieben; ich bin eine alte Frau und kann nicht mehr dienen. Erweise mir also eine Gunst, und Allah möge dir Seine Gunst erweisen.“
Er fragte: „Wer ist dein Bote?“ Sie sagte: „ʿAdī ibn Ḥātim.“ Er sagte: „Derjenige, der vor Allah und Seinem Gesandten geflohen ist?“ Sie sagte: „Erweise mir dennoch eine Gunst.“ Als sie zurückging, war ein Mann neben ihr, den sie für ʿAlī hielt.
Er sagte: „Bitte ihn um ein Reittier.“ Sie bat ihn darum, und er befahl, ihr eines zu geben. Da kam sie zu mir und sagte: „Er hat etwas getan, was dein Vater nicht getan hätte. So und so kam zu ihm und erhielt etwas von ihm; und so und so kam zu ihm und erhielt etwas von ihm.“
Ich ging zu ihm. Bei ihm waren eine Frau und zwei Kinder – oder ein Kind –, und sie erwähnte, wie nahe sie dem Propheten ﷺ waren. Da erkannte ich, dass er weder ein König wie Kisrā noch wie Qayṣar war. Er sagte: „O ʿAdī, was hält dich davon ab, dass gesagt wird: ‚Es gibt keine Gottheit außer Allah‘?
Gibt es denn eine Gottheit außer Allah?“ Ich sagte: „Was hält dich davon ab, dass gesagt wird: ‚Allah ist am größten‘? Gibt es etwas, das größer wäre als Allah?“ Da nahm ich den Islam an. Ich sah, wie sein Gesicht aufleuchtete, und er sagte: „Diejenigen, denen gezürnt wird, sind die Juden, und die Irregehenden sind die Christen.“‘“
Er erwähnte den Hadith. At-Tirmiḏī überlieferte ihn über Simāk ibn Ḥarb und sagte: „Ein guter, seltener Hadith; wir kennen ihn nur aus seiner Überlieferung.“
Ich sage: Ḥammād ibn Salama überlieferte ihn von Simāk, von Marī ibn Qaṭarī, von ʿAdī ibn Ḥātim, der sagte: „Ich fragte den Gesandten Allahs ﷺ nach Allahs Wort ‚nicht derer, denen gezürnt wird‘. Er sagte: ‚Das sind die Juden.‘ Und zu ‚und nicht der Irregehenden‘ sagte er: ‚Das sind die Christen; sie sind die Irregehenden.‘“ Sufyān ibn ʿUyayna überlieferte ihn ebenso von Ismāʿīl ibn Abī Ḫālid, von aš-Šaʿbī, von ʿAdī ibn Ḥātim.
Dieser Hadith von ʿAdī wurde über verschiedene Überlieferungswege mit zahlreichen Wortlauten überliefert, deren Erwähnung zu lange dauern würde.
ʿAbd ar-Razzāq sagte: „Maʿmar berichtete uns, von Budayl al-ʿUqaylī, dass ʿAbdullāh ibn Šaqīq ihm berichtete, jemand habe ihm erzählt, der den Propheten ﷺ im Wādī al-Qurāʾ auf seinem Pferd gehört habe. Ein Mann aus den Banū al-Qayn fragte ihn: ‚O Gesandter Allahs, wer sind diese?‘ Er sagte: ‚Diejenigen, denen gezürnt wird‘ – und er zeigte auf die Juden –, ‚und die Irregehenden sind die Christen.‘“ Al-Ǧurayrī, ʿUrwa und Ḫālid al-Ḥaḏḏāʾ überlieferten dies von ʿAbdullāh ibn Šaqīq als unterbrochenen Bericht, ohne denjenigen zu nennen, der den Propheten ﷺ gehört hatte.
In der Überlieferung ʿUrwas wird ʿAbdullāh ibn ʿUmar genannt. Allah weiß es am besten.
Ibn Mardawayh überlieferte von Ibrāhīm ibn Ṭahmān, von Budayl ibn Maysara, von ʿAbdullāh ibn Šaqīq, von Abū Ḏarr, der sagte: „Ich fragte den Gesandten Allahs ﷺ nach denjenigen, denen gezürnt wird. Er sagte: ‚Die Juden.‘ Ich fragte nach den Irregehenden. Er sagte: ‚Die Christen.‘“
As-Suddī überlieferte von Abū Mālik und Abū Ṣāliḥ, von Ibn ʿAbbās, sowie von Murra al-Hamdānī, von Ibn Masʿūd, und von einigen Gefährten des Propheten ﷺ: „Diejenigen, denen gezürnt wird, sind die Juden, und die Irregehenden sind die Christen.“ Aḍ-Ḍaḥḥāk und Ibn Ǧurayǧ überlieferten von Ibn ʿAbbās dasselbe. Ebenso sagten ar-Rabīʿ ibn Anas, ʿAbd ar-Raḥmān ibn Zayd ibn Aslam und mehrere andere. Ibn Abī Ḥātim sagte: „Ich kenne unter den Koranexegeten keinen Meinungsunterschied darüber.“
Ein Beleg für die Aussage dieser Imame, dass den Juden gezürnt wird und die Christen irregehen, ist der zuvor erwähnte Hadith sowie Allahs Wort, mit dem Er sich in der Sure al-Baqara an die Kinder Israels richtet: „Wie schlecht ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben: dass sie nicht an das glauben, was Allah herabgesandt hat, aus Missgunst darüber, dass Allah von Seiner Huld herabsendet, wem von Seinen Dienern Er will. So haben sie Zorn über Zorn auf sich gezogen, und für die Ungläubigen gibt es schmachvolle Strafe“ (al-Baqara 2:90).
In der Sure al-Māʾida sagt Er: „Soll ich euch Kunde geben von etwas, das bei Allah noch schlechteren Lohn hat? Es ist derjenige, den Allah verflucht und dem Er zürnt, und aus dessen Reihen Er Affen und Schweine gemacht hat und der den Ṭāġūt dient. Diese haben den schlechtesten Rang und sind am weitesten vom rechten Weg abgeirrt“ (al-Māʾida 5:60). Allah, erhaben ist Er, sagt außerdem: „Verflucht wurden diejenigen von den Kindern Israels, die ungläubig waren, durch die Zunge Dāwūds und ʿĪsās, des Sohnes Maryams.
Dies, weil sie sich widersetzten und stets übertraten. Sie pflegten einander nicht vom Verwerflichen abzuhalten, das sie taten. Wie schlecht war doch, was sie zu tun pflegten!“ (al-Māʾida 5:78–79).
In der Prophetenbiografie wird über Zayd ibn ʿAmr ibn Nufayl berichtet, dass er mit einer Gruppe seiner Gefährten nach aš-Šām aufbrach, um die reine Religion zu suchen. Die Juden sagten zu ihm: „Du kannst dich uns nicht anschließen, ehe du nicht deinen Anteil an Allahs Zorn auf dich genommen hast.“ Er sagte: „Ich fliehe doch gerade vor Allahs Zorn.“ Die Christen sagten zu ihm: „Du kannst dich uns nicht anschließen, ehe du nicht deinen Anteil an Allahs Missfallen auf dich genommen hast.“
Er sagte: „Das kann ich nicht.“ So blieb er seiner ursprünglichen Anlage treu, mied die Anbetung von Götzen und die Religion der Götzendiener und schloss sich weder den Juden noch den Christen an. Seine Gefährten hingegen wurden Christen und traten in die christliche Religion ein, weil sie diese damals der Religion der Juden näher fanden. Zu ihnen gehörte Waraqa ibn Nawfal, bis Allah ihn durch Seinen Propheten rechtleitete.
Als dieser entsandt wurde, glaubte Waraqa an die Offenbarung, die er vorfand. Möge Allah mit ihm zufrieden sein.
**Frage:** Die korrekte Ansicht unter den Gelehrten ist, dass ein ungenaues Unterscheiden zwischen ḍād und ẓāʾ verziehen wird, weil ihre Artikulationsstellen nahe beieinanderliegen. Das ḍād wird am vorderen Rand der Zunge und dem angrenzenden Bereich der Backenzähne gebildet, das ẓāʾ an der Zungenspitze und den oberen Schneidezähnen. Außerdem gehören beide Laute zu den stimmhaften, frikativen und emphatischen Lauten. Aus all diesen Gründen wird es demjenigen, der sie nicht unterscheiden kann, nachgesehen, wenn er den einen Laut anstelle des anderen verwendet.
Allah weiß es am besten. Der Hadith „Ich bin der sprachgewandteste, der den ḍād-Laut gesprochen hat“ hat hingegen keine Grundlage. Allah weiß es am besten. **Abschnitt**
Diese edle Sure, bestehend aus sieben Versen, umfasst den Lobpreis Allahs, Seine Verherrlichung und das Lob für Ihn durch die Erwähnung Seiner schönsten Namen, die Seine erhabenen Eigenschaften einschließen. Sie erwähnt die Rückkehr zu Allah, den Tag des Gerichts, und leitet Seine Diener dazu an, Ihn zu bitten, sich demütig an Ihn zu wenden und sich von ihrer eigenen Kraft und Macht loszusagen.
Sie leitet sie dazu an, die Anbetung allein Ihm zu widmen, Ihn in Seiner Göttlichkeit einzig zu machen – gepriesen und erhaben ist Er – und Ihn davon freizusprechen, einen Teilhaber, ein Ebenbild oder seinesgleichen zu haben. Sie leitet sie an, Ihn um Rechtleitung zum geraden Weg, der rechten Religion, zu bitten und sie darauf zu festigen, bis dies sie dazu führt, am Tag der Auferstehung die sinnlich erfahrbare Brücke zu überqueren, die sie in die Gärten der Wonne und in die Nähe der Propheten, der Wahrhaftigen, der Märtyrer und der Rechtschaffenen führt.
Die Sure enthält die Ermutigung zu rechtschaffenen Taten, damit sie am Tag der Auferstehung mit denen sein können, die sie vollbringen, und die Warnung vor den Wegen des Falschen, damit sie am Tag der Auferstehung nicht mit jenen versammelt werden, die sie beschreiten: denjenigen, denen gezürnt wird, und den Irregehenden.
Wie schön ist es, dass Allah das Erweisen der Gnade sich selbst zuschreibt, wenn Er sagt: „den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast“, während beim Zorn der Handelnde in „nicht derer, denen gezürnt wird“ nicht genannt wird, obwohl Er in Wahrheit der Handelnde ist, wie Er sagt: „Siehst du nicht jene, die sich Leuten angeschlossen haben, denen Allah zürnt?“ (al-Muǧādala 58:14). Ebenso wird die Irre denjenigen zugeschrieben, die in ihr stehen, obwohl Er es ist, der sie nach Seiner Bestimmung irregehen lässt. Allah sagt: „Wen Allah leitet, der ist rechtgeleitet.
Und wen Er irregehen lässt, für den wirst du keinen Schutzherrn finden, der rechtleitet“ (al-Kahf 18:17). Und Er sagt: „Wen Allah irregehen lässt, für den gibt es keinen, der ihn rechtleitet, und Er lässt sie in ihrer Auflehnung umherirren“ (al-Aʿrāf 7:186). Es gibt noch weitere Verse, die darauf hinweisen, dass Er allein Rechtleitung und Irregehen bewirkt – anders als die Qadariyya und diejenigen, die ihnen folgen, behaupten, wonach die Diener dies selbst wählen und tun. Sie stützen ihre Neuerung auf mehrdeutige Stellen im Koran und lassen die eindeutigen Stellen beiseite, die ihnen widersprechen. Dies ist die Art der Menschen der Irre und der Verirrung.
In einem authentischen Hadith heißt es: „Wenn ihr diejenigen seht, die den mehrdeutigen Stellen davon folgen, dann sind sie diejenigen, die Allah gemeint hat; hütet euch vor ihnen.“ Gemeint ist Allahs Wort: „Was aber diejenigen angeht, in deren Herzen Abweichung ist, so folgen sie dem, was davon mehrdeutig ist“ (Āl ʿImrān 3:7). Allah sei Dank, kein Erneuerer hat im Koran ein stichhaltiges Argument. Denn der Koran wurde herabgesandt, um die Wahrheit vom Falschen zu unterscheiden und Rechtleitung von Irregehen klar zu trennen.
In ihm gibt es weder Widerspruch noch Unstimmigkeit, denn er stammt von Allah, dem Allweisen und Lobenswürdigen. **Abschnitt**
Es ist empfohlen, nach der Rezitation der Fātiḥa „Āmīn“ zu sagen. Man kann es auch mit kurzem Vokal sprechen: „Amīn“. Seine Bedeutung ist: „O Allah, erhöre!“ Der Beleg dafür ist, was Imām Aḥmad, Abū Dāwūd und at-Tirmiḏī von Wāʾil ibn Ḥuǧr überlieferten: „Ich hörte den Propheten ﷺ ‚nicht derer, denen gezürnt wird, und nicht der Irregehenden‘ rezitieren.
Dann sagte er ‚Āmīn‘ und zog dabei seine Stimme lang.“ Bei Abū Dāwūd heißt es: „Er erhob dabei seine Stimme.“ At-Tirmiḏī sagte: „Dies ist ein guter Hadith.“ Er wurde auch von ʿAlī, Ibn Masʿūd und anderen überliefert.
Abū Hurayra sagte: „Wenn der Gesandte Allahs ﷺ ‚nicht derer, denen gezürnt wird, und nicht der Irregehenden‘ rezitierte, sagte er ‚Āmīn‘, sodass diejenigen in der ersten Reihe, die neben ihm waren, es hören konnten.“ Dies überlieferten Abū Dāwūd und Ibn Māǧa. Bei Ibn Māǧa heißt es zusätzlich: „Die Moschee hallte davon wider.“ Auch ad-Dāraquṭnī überlieferte es und sagte: „Die Überlieferungskette ist gut.“
Bilāl sagte: „O Gesandter Allahs, komm mir nicht mit dem ‚Āmīn‘ zuvor.“ Dies überlieferte Abū Dāwūd.
Abū Naṣr al-Qušayrī überlieferte von al-Ḥasan und Ǧaʿfar aṣ-Ṣādiq, dass sie den zweiten m-Laut in „Āmīn“ verdoppelten, wie in „Āmīn al-Bayt al-Ḥarām“ [denjenigen, die das Heilige Haus besuchen]. Unsere Gefährten und andere sagten: Es ist auch für jemanden empfohlen, der außerhalb des Gebets ist, besonders aber für den Betenden, ob er allein betet, als Imām oder als Betender hinter einem Imām, und zwar in allen Fällen. Denn in den beiden Ṣaḥīḥ-Werken wird von Abū Hurayra, möge Allah mit ihm zufrieden sein, überliefert, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wenn der Imām ‚Āmīn‘ sagt, dann sagt auch ihr ‚Āmīn‘.
Denn wessen ‚Āmīn‘ mit dem der Engel übereinstimmt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“ Bei Muslim heißt es: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: Wenn einer von euch im Gebet ‚Āmīn‘ sagt und die Engel im Himmel ebenfalls ‚Āmīn‘ sagen, und das eine mit dem anderen übereinstimmt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“
In Ṣaḥīḥ Muslim wird von Abū Mūsā, als Aussage des Propheten ﷺ, überliefert: „Wenn er – das heißt der Imām – ‚und nicht der Irregehenden‘ sagt, dann sagt ‚Āmīn‘. Allah wird euch erhören.“ Ǧuwaybir überlieferte von aḍ-Ḍaḥḥāk, von Ibn ʿAbbās, der sagte: „Ich fragte: ‚O Gesandter Allahs, was bedeutet Āmīn?‘ Er sagte: ‚Herr, erfülle es!‘“
Al-Ǧawharī sagte: „Āmīn bedeutet: So möge es sein.“ At-Tirmiḏī sagte: „Es bedeutet: Lass unsere Hoffnung nicht enttäuscht werden.“ Die meisten sagten: „Es bedeutet: O Allah, erhöre uns!“ Al-Qurṭubī überlieferte von Muǧāhid, Ǧaʿfar aṣ-Ṣādiq und Hilāl ibn Kaysān, Āmīn sei einer der Namen Allahs, erhaben ist Er.
Es wurde von Ibn ʿAbbās als Hadith des Propheten ﷺ überliefert, doch ist dies nicht authentisch, wie Abū Bakr ibn al-ʿArabī al-Mālikī sagte.
Die Gefährten Māliks sagten: Der Imām sagt nicht „Āmīn“, der Betende hinter ihm aber schon. Als Beleg dafür führten sie an, was Mālik von Sumayy, von Abū Ṣāliḥ, von Abū Hurayra überlieferte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wenn er – der Imām – ‚und nicht der Irregehenden‘ sagt, dann sagt ‚Āmīn‘.“ Sie stützten sich auch auf den Hadith von Abū Mūsā: „Wenn er ‚und nicht der Irregehenden‘ rezitiert, dann sagt ‚Āmīn‘.“ Wir haben jedoch bereits den in den beiden Ṣaḥīḥ-Werken überlieferten Wortlaut erwähnt: „Wenn der Imām ‚Āmīn‘ sagt, dann sagt auch ihr ‚Āmīn‘.“
Außerdem pflegte er ﷺ „Āmīn“ zu sagen, wenn er „nicht derer, denen gezürnt wird, und nicht der Irregehenden“ rezitierte.
Unsere Gefährten waren sich uneinig darüber, ob der Betende hinter dem Imām bei lautem Gebet „Āmīn“ hörbar sagen soll. Die Zusammenfassung der Meinungsverschiedenheit lautet: Wenn der Imām vergisst, „Āmīn“ zu sagen, soll der Betende hinter ihm es hörbar sagen; darüber besteht Einigkeit. Wenn der Imām „Āmīn“ hörbar sagt, so lautet die spätere Lehrmeinung, dass der Betende hinter ihm es nicht hörbar sagt. Dies ist auch die Lehrmeinung Abū Ḥanīfas und eine Überlieferung von Mālik, denn es ist eine Form des Gedenkens Allahs und wird daher nicht hörbar ausgesprochen, wie die übrigen Gebetsgedenkworte.
Die frühere Lehrmeinung besagt, dass er es hörbar sagt. Dies ist die Lehrmeinung von Imām Aḥmad ibn Ḥanbal und die andere Überlieferung von Mālik, gemäß dem zuvor erwähnten Wortlaut: „bis die Moschee davon widerhallt“. Es gibt noch eine dritte Ansicht: Ist die Moschee klein, sagt der Betende es nicht hörbar, weil sie die Rezitation des Imāms hören. Ist sie groß, sagt er es hörbar, damit das „Āmīn“ alle Bereiche der Moschee erreicht. Allah weiß es am besten.
Imām Aḥmad überlieferte in seinem Musnad von ʿĀʾiša, möge Allah mit ihr zufrieden sein, dass die Juden in Gegenwart des Gesandten Allahs ﷺ erwähnt wurden. Er sagte: „Sie werden uns um nichts so beneiden wie um den Freitag, zu dem Allah uns geleitet hat, während sie davon abgeirrt sind; um die Gebetsrichtung, zu der Allah uns geleitet hat, während sie davon abgeirrt sind; und um unser ‚Āmīn‘ hinter dem Imām.“ Ibn Māǧa überlieferte es mit dem Wortlaut: „Die Juden haben euch um nichts so beneidet wie um den Friedensgruß und das ‚Āmīn‘.“
Er überlieferte von Ibn ʿAbbās, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Die Juden haben euch um nichts so beneidet wie um euer ‚Āmīn‘. Sagt daher oft ‚Āmīn‘.“ In der Überlieferungskette befindet sich Ṭalḥa ibn ʿAmr, der schwach ist.
Ibn Mardawayh überlieferte von Abū Hurayra, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Āmīn ist das Siegel des Herrn der Welten über Seine gläubigen Diener.“ Anas sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Mir wurde Āmīn im Gebet und beim Bittgebet gegeben. Niemand vor mir erhielt es, außer vielleicht Mūsā: Mūsā pflegte zu bitten und Hārūn sagte Āmīn. Beendet daher eure Bittgebete mit Āmīn, denn Allah wird sie euch erhören.‘“
Ich sage: Von hier aus leiteten manche aus diesem edlen Vers einen Beleg ab, nämlich aus Allahs Wort: „Mūsā sagte: ‚Unser Herr, Du hast Firʿawn und seiner führenden Schar im diesseitigen Leben Schmuck und Vermögen gegeben. Unser Herr, damit sie von Deinem Weg irreleiten. Unser Herr, verwische ihr Vermögen und verhärte ihre Herzen, sodass sie nicht glauben, bis sie die schmerzhafte Strafe sehen.‘ Er sagte: ‚Euer Bittgebet ist erhört.
So bleibt standhaft und folgt nicht dem Weg derer, die nicht wissen.‘“ (Yūnus 10:88–89). Das Bittgebet wird dort allein Mūsā zugeschrieben, doch aus dem Zusammenhang geht hervor, dass Hārūn „Āmīn“ sagte; deshalb wurde er jemandem gleichgestellt, der selbst gebetet hat. Denn Allah sagt: „Euer beider Bittgebet ist erhört.“
Das zeigt, dass derjenige, der zu einem Bittgebet „Āmīn“ sagt, so ist, als hätte er es selbst gesprochen.
Aus diesem Grund sagten manche, der Betende hinter dem Imām rezitiere nicht, denn sein „Āmīn“ auf die Rezitation der Fātiḥa sei gleichbedeutend mit deren Rezitation. Deshalb heißt es im Hadith: „Wer einen Imām hat, für den ist die Rezitation des Imāms seine Rezitation.“ Bilāl pflegte zu sagen: „Komm mir nicht mit dem ‚Āmīn‘ zuvor.“ Diese Argumentation zeigt, dass der Betende hinter dem Imām bei einem laut gesprochenen Gebet nicht selbst zu rezitieren hat. Allah weiß es am besten.
Darum sagte Ibn Mardawayh: „Aḥmad ibn al-Ḥasan berichtete uns: ʿAbdullāh ibn Muḥammad ibn Sallām berichtete uns: Isḥāq ibn Ibrāhīm berichtete uns: Ǧarīr berichtete uns, von Layṯ ibn Abī Sulaym, von Kaʿb, von Abū Hurayra, der sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Wenn der Imām „nicht derer, denen gezürnt wird, und nicht der Irregehenden“ sagt und dann „Āmīn“ spricht, und das „Āmīn“ der Menschen auf der Erde mit dem „Āmīn“ der Bewohner des Himmels übereinstimmt, vergibt Allah dem Diener seine vergangenen Sünden. Derjenige aber, der nicht „Āmīn“ sagt, gleicht einem Mann, der mit einer Gruppe in den Kampf zog.
Sie losten, und ihre Lose wurden gezogen, seines aber nicht. Er sagte: „Warum wurde mein Los nicht gezogen?“ Man sagte zu ihm: „Du hast nicht ‚Āmīn‘ gesagt.‘“ [An-Nisāʾ 4:69–70.]
Die Mehrheit rezitiert „غير“ im Genitiv, als Beifügung. Az-Zamaḫšarī sagte: Es wurde auch im Akkusativ als Umstandsbestimmung rezitiert. Dies ist die Lesart des Gesandten Allahs ﷺ und ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭābs; sie wurde auch von Ibn Kaṯīr überliefert. Der Träger der Umstandsbestimmung ist das Pronomen in „ihnen“, und das Bezugswort von „begnadigt hast“ ist das erwähnte Substantiv.
Die Bedeutung lautet: „während sie es sind“. Entsprechend wird überliefert, dass Ubayy ibn Kaʿb ebenfalls so rezitierte, damit nicht der Eindruck entsteht, „diejenigen, denen Du Gnade erwiesen hast“ sei mit „denjenigen, denen gezürnt wird“ verbunden – wie bei Allahs Wort: „denjenigen, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt“ (al-Māʾida 5:60). Ebenso heißt es: „Sie sind bereits zuvor irregegangen, haben viele irregeleitet und sind vom rechten Weg abgeirrt“ (al-Māʾida 5:77). Das ist klar und eindeutig.
[Die Lesart „غير“ mit Kasra ist die Lesart der Mehrheit; die Akkusativlesart wird als Lesart des Propheten ﷺ, ʿUmars und Ibn Kaṯīrs angeführt.]
Mit „demjenigen, dessen ‚Āmīn‘ mit dem ‚Āmīn‘ der Engel übereinstimmt“ ist nach einer Ansicht die zeitliche Übereinstimmung gemeint; nach einer anderen, die Übereinstimmung in der Erhörung, und nach einer weiteren die Übereinstimmung in der Aufrichtigkeit. [Yūnus 10:88–89.]
Tafsīr al-Baġawī
Seine Aussage: „Leite uns den geraden Weg“.
„Leite uns“ bedeutet: Weise uns den Weg. ʿAlī und Ubayy ibn Kaʿb sagten: „Festige uns“, so wie man zu jemandem, der steht, sagt: „Steh, bis ich zu dir zurückkehre“, das heißt: „Bleib, wie du bist.“ Dieses Bittgebet der Gläubigen, obwohl sie bereits rechtgeleitet sind, bedeutet sowohl die Bitte um Festigung als auch die Bitte um noch mehr Rechtleitung, denn die Gnadenbeweise und Rechtleitungen Allahs, des Erhabenen, sind nach der Lehre der Ahl as-Sunna unerschöpflich.
„As-sirāṭ“ (der Weg); die Lesart „sirāṭ“ mit einem Sīn überlieferte Uways von Yaʿqūb, und sie gilt als die ursprüngliche Form. Er wurde „sirāṭ“ genannt, weil er die Reisenden gleichsam verschlingt. Man liest das Wort auch mit Zāy; Ḥamza las es mit einer zwischen Ṣād und Zāy liegenden Aussprache. All diese Formen sind sprachlich korrekt.
Die bevorzugte Lesart ist bei den meisten Rezitatoren die mit Ṣād, da sie mit dem Muṣḥaf übereinstimmt. „Der gerade Weg“: Ibn ʿAbbās und Jābir, möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein, sagten: „Es ist der Islam.“ Das ist auch die Auffassung Muqātils. Ibn Masʿūd, möge Allah mit ihm zufrieden sein, sagte: „Es ist der Qurʾān.“
Von ʿAlī, möge Allah mit ihm zufrieden sein, wird als vom Propheten ﷺ überlieferter Bericht angeführt: „Der gerade Weg ist das Buch Allahs.“ Saʿīd ibn Jubayr, möge Allah mit ihm zufrieden sein, sagte: „Der Weg ins Paradies.“ Sahl ibn ʿAbdullāh sagte: „Der Weg der Sunna und der Gemeinschaft.“ Bakr ibn ʿAbdullāh al-Muzanī sagte: „Der Weg des Gesandten Allahs ﷺ.“
Abū l-ʿĀliya und al-Ḥasan sagten: „Der Gesandte Allahs, seine Familie und seine beiden Gefährten.“ Sprachlich bezeichnet es den klaren Weg.
Seine Aussage: „Den Weg derer, denen Du Gunst erwiesen hast“ bedeutet: denen Du durch Rechtleitung und Beistand Gutes erwiesen hast. ʿIkrima sagte: „Du hast ihnen die Festigkeit im Glauben und die Aufrichtigkeit geschenkt; sie sind die Propheten, Friede sei mit ihnen.“ Einer anderen Auffassung zufolge sind damit alle gemeint, die Allah im Glauben gefestigt hat, von den Propheten und den Gläubigen, die Allah, der Erhabene, in Seiner Aussage erwähnt: „Diese werden mit denen sein, denen Allah Gunst erwiesen hat, den Propheten …“ [An-Nisāʾ 4:69].
Ibn ʿAbbās sagte: „Es sind die Leute von Mūsā und ʿĪsā, Friede sei mit ihnen beiden, bevor sie ihre Religion veränderten.“ ʿAbd ar-Raḥmān ibn Zayd sagte: „Es sind der Prophet ﷺ und die, die mit ihm waren.“ Abū l-ʿĀliya sagte: „Es sind die Familie des Gesandten Allahs ﷺ, Abū Bakr und ʿUmar, möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein, sowie seine Angehörigen.“ Šahr ibn Ḥawšab sagte: „Es sind die Gefährten des Gesandten Allahs ﷺ und seine Angehörigen.“
Ḥamza las „ʿalayhim“, „ladayhim“ und „ilayhim“ mit ḍamma auf den jeweiligen Hāʾ. Yaʿqūb spricht jedes Hāʾ mit ḍamma, dem ein ruhendes yāʾ vorausgeht, im Dual und im Plural, außer in Seiner Aussage: „zwischen ihren Händen und ihren Füßen“ [Al-Mumtaḥana 60:12]. Die übrigen Rezitatoren lesen beide Formen mit Kasra. Wer das Hāʾ mit ḍamma liest, führt es auf seine Grundform zurück, denn alleinstehend steht es mit ḍamma.
Wer es mit Kasra liest, tut dies wegen des vorausgehenden ruhenden yāʾ; die Kasra ist dem yāʾ verwandt. Ibn Kaṯīr und Abū Jaʿfar sprechen jedes Mīm des Plurals im Anschluss gedehnt mit voller Vokallänge, sofern ihm kein ruhender Buchstabe folgt; folgt ihm ein ruhender Buchstabe, wird es nicht gedehnt. Nāfiʿ lässt die Wahl. Warš spricht das Mīm bei einem Hamzat al-Qaṭʿ mit ḍamma.
Wenn jedoch ein Hamzat al-Waṣl darauf folgt und dem Hāʾ eine Kasra oder ein ruhendes yāʾ vorausgeht, sprechen Ḥamza und al-Kisāʾī Hāʾ und Mīm mit ḍamma; Abū ʿAmr spricht beide mit Kasra, ebenso Yaʿqūb, wenn der vorausgehende Buchstabe mit Kasra steht. Die übrigen lesen das Mīm überall mit ḍamma und das Hāʾ mit Kasra, entweder wegen des yāʾ oder wegen der Kasra des vorhergehenden Buchstabens; das Mīm steht gemäß seiner Grundform mit ḍamma.
Seine Aussage, der Erhabene: „Nicht derer, denen gezürnt wird“, bedeutet: nicht den Weg derer, auf die Du zornig bist. Zorn bedeutet den Willen, an den Ungehorsamen Vergeltung zu üben. Allahs Zorn trifft die sündigen Gläubigen nicht, sondern nur die Ungläubigen. „Und nicht der Irregehenden“ bedeutet: und nicht derer, die von der Rechtleitung abgekommen sind.
Die äußerste Form des Irrtums ist Verderben und Verschwinden. Man sagt: „Das Wasser ist in der Milch verloren gegangen“, wenn es darin aufgegangen und nicht mehr zu erkennen ist. „Nicht“ hat hier die Bedeutung von „und nicht“; es hat also die Bedeutung von „nicht“ und nicht von „außer“. Deshalb ist die Verbindung mit „und“ zulässig, wie man sagt: „Der und der ist weder rechtschaffen noch anständig.“
Wenn „ġayr“ hingegen „außer“ bedeutet, darf es nicht mit einem anschließenden „und nicht“ verbunden werden; man sagt also nicht: „Bei mir ist außer ʿAbdullāh und Zayd niemand.“ ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb, möge Allah mit ihm zufrieden sein, las: „Den Weg derer, denen Du Gunst erwiesen hast, nicht derer, denen gezürnt wird, und nicht der Irregehenden.“
Es heißt, die, denen gezürnt wird, seien die Juden und die Irregehenden die Christen, denn Allah, der Erhabene, bezeichnete die Juden als solche, auf die Sein Zorn gekommen ist, als Er sagte: „Wen Allah verflucht und auf den Er zornig ist“ [Al-Māʾida 5:60], und Er bezeichnete die Christen als irregehend, als Er sagte: „Und folgt nicht den Neigungen eines Volkes, das schon zuvor irregegangen ist“ [Al-Māʾida 5:77]. Sahl ibn ʿAbdullāh sagte: „Nicht derer, denen wegen der Neuerung in der Religion gezürnt wird, und nicht derer, die von der Sunna abgekommen sind.“
Zur Sunna des Rezitators gehört es, nach dem Ende der Rezitation der Fātiḥa „Āmīn“ zu sagen, mit einer kurzen Pause, getrennt von der Fātiḥa. Die Form ist kurzvokalisch; nach Ansicht der Grammatiker sind auch eine gedehnte und eine kurze Aussprache zulässig. Ihre Bedeutung ist: „O Allah, erhöre und erfülle [unser Bittgebet].“ Ibn ʿAbbās und Qatāda sagten: „Es bedeutet: So soll es sein.“
Muǧāhid sagte: „Es ist einer der Namen Allahs, des Erhabenen.“ Einer Auffassung zufolge ist es das Siegel des Bittgebets. Einer anderen zufolge ist es Allahs Siegel für Seine Diener, mit dem Er Unheil von ihnen abwehrt, so wie das Siegel eines Briefes ihn vor Beschädigung und davor bewahrt, dass sein Inhalt sichtbar wird.
Uns berichteten Imām Abū ʿAlī al-Ḥusayn ibn Muḥammad al-Qāḍī und Abū Ḥāmid Aḥmad ibn ʿAbdullāh aṣ-Ṣāliḥī, die beiden sagten: Uns berichtete Abū Bakr Aḥmad ibn Ḥasan al-Ḥīrī; uns berichtete Abū ʿAlī Muḥammad ibn Aḥmad ibn Muḥammad ibn Maʿqil al-Maydānī; Muḥammad ibn Yaḥyā berichtete uns; ʿAbd ar-Razzāq berichtete uns; von Maʿmar, von az-Zuhrī, von Ibn al-Musayyib, von Abū Hurayra, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Prophet ﷺ sagte: „Wenn der Vorbeter ‚Nicht derer, denen gezürnt wird, und nicht der Irregehenden‘ sagt, dann sagt: ‚Āmīn‘. Denn die Engel sagen Āmīn und der Vorbeter sagt Āmīn.
Wessen Āmīn mit dem Āmīn der Engel übereinstimmt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“ [An-Nisāʾ 4:69; Al-Mumtaḥana 60:12; Al-Māʾida 5:60 und 5:77; authentisch.]
In „Ṣaḥīḥ Muslim“ (Nr. 395) wird von Abū Huraira überliefert, dass Allah sagte: „Ich habe das Gebet zwischen Mir und Meinem Diener in zwei Hälften geteilt … Und wenn der Diener sagt: ‚Ihdinā ṣ-ṣirāṭ al-mustaqīm …‘, antwortet Allah: ‚Dies ist für Meinen Diener, und Meinem Diener wird zuteil, worum er gebeten hat!‘“