Bittgebet 23 Brüderlichkeit und ein gutes Ende 14 Min. Lesezeit

Yūsufs Bitte um Standhaftigkeit

Yūsuf 12:101
Arabischer Text

فَاطِرَ السَّمَاوَاتِ، وَالْأَرْضِ أَنْتَ، وَلِيِّي فِي الدُّنْيَا، وَالْآخِرَةِ تَوَفَّنِي مُسْلِمًا، وَأَلْحِقْنِي بِالصَّالِحِينَ.

فَاطِرَ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ أَنْتَ وَلِيِّي فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ تَوَفَّنِي مُسْلِمًا وَأَلْحِقْنِي بِالصَّالِحِينَ

Der arabische Text entspricht dem Korantext mit Vokalzeichen. يوسف 12:101
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Transliteration Fāṭira s-samāwāti wa-l-arḍi, anta waliyyī fī d-dunyā wa-l-ākhirati, tawaffanī musliman wa-alḥiqnī biṣ-ṣāliḥīn.
Sinngemäße Übersetzung
Frank Bubenheim and NadeemDE

Mein Herr, Du hast mir etwas von der Herrschaft gegeben und mich etwas von der Deutung der Sprüche gelehrt. (O Du) Erschaffer der Himmel und der Erde, Du bist mein Schutzherr im Diesseits und Jenseits. Berufe mich als (Dir) ergeben ab und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf.

Bedeutung und Besonderheit

Formen: die Anrufung des Schöpfers (فَاطِرَ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ) sowie die Verben „tawaffanī“ (تَوَفَّنِي) und „alḥiqnī“ (أَلْحِقْنِي). Ein Bittgebet auf dem Höhepunkt weltlicher Macht und nach der Wiedervereinigung mit der Familie.

Erläuterungen und Lehren

Tafsīr von Scheich ʿAbd ar-Raḥmān as-Saʿdī

Nachdem Allah Yūsuf auf der Erde zu Macht und Herrschaft verholfen, seine Augen durch die Wiedervereinigung mit seinen Eltern und seinen Geschwistern erfreut und ihm großes Wissen gegeben hatte, bekannte er sich zu Allahs Gunst, dankte Ihm dafür und bat darum, im Islam standhaft zu bleiben: „Mein Herr, Du hast mir etwas von der Herrschaft gegeben“ – denn er verwaltete die Vorratshäuser des Landes und führte dessen Angelegenheiten; er war ein bedeutender Minister des Königs.

„Und Du hast mich etwas von der Deutung der Berichte gelehrt“ – das heißt: von der Deutung der Berichte in den offenbarten Büchern, der Traumdeutung und anderem Wissen. „Erschaffer der Himmel und der Erde, Du bist mein Schutzherr im Diesseits und im Jenseits. Berufe mich als Muslim ab“ – das heißt: Lass mich im Islam verbleiben und festige mich darin, bis Du mich im Islam abberufst. Damit bat er nicht darum, den Tod zu beschleunigen.

„Und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf“ – unter die gottesfürchtigen Propheten und die auserwählten Besten.

Tafsīr von Imam Ibn Kaṯīr

Dies ist ein Bittgebet, das Yūsuf, der Wahrhaftige, an seinen Herrn, Erhaben und Mächtig ist Er, richtete, nachdem die Gunst an ihm vollkommen geworden war: Er war mit seinen Eltern und Geschwistern wiedervereint, und Allah hatte ihm Prophetentum und Herrschaft verliehen. Er bat seinen Herrn, Erhaben und Mächtig ist Er, dass Er ihm Seine Gunst im Jenseits fortdauernd gewähre, so wie Er sie ihm im Diesseits vollendet hatte, und dass Er ihn als Muslim abberufe, wenn Er ihn abberuft. So sagte es aḍ-Ḍaḥḥāk.

Und er bat darum, ihn den Rechtschaffenen anzuschließen, das heißt seinen Brüdern unter den Propheten und Gesandten – Allahs Segen und Friede seien auf ihnen allen.

Dieses Bittgebet könnte Yūsuf, Friede sei auf ihm, gesprochen haben, als sein Tod nahte. In den beiden Ṣaḥīḥ-Werken ist von ʿĀʾischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede seien auf ihm – im Sterben seinen Finger erhob und sagte: „O Allah, zur höchsten Gemeinschaft! O Allah, zur höchsten Gemeinschaft! O Allah, zur höchsten Gemeinschaft!“

Es ist auch möglich, dass er darum bat, beim Eintreten seiner festgesetzten Todesstunde und nach Ablauf seines Lebens im Islam zu sterben und den Rechtschaffenen angeschlossen zu werden – nicht darum, dies unverzüglich geschehen zu lassen. So sagt jemand im Bittgebet für einen anderen: „Möge Allah dich im Islam sterben lassen.“ Und der Bittende sagt: „O Allah, lass uns als Muslime leben, lass uns als Muslime sterben und schließe uns den Rechtschaffenen an.“

Es ist ebenfalls möglich, dass er darum bat, dies sofort zu erlangen, und dass dies in ihrer Gesetzgebung zulässig war. Qatāda sagte über Allahs Worte „Berufe mich als Muslim ab und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf“: Als Allah ihn mit seiner Familie wiedervereinigte und seine Augen erfreute, während er damals in weltlichem Wohlstand, Herrschaft und Blüte lebte, sehnte er sich nach den Rechtschaffenen, die vor ihm dahingegangen waren. Ibn ʿAbbās pflegte zu sagen: Kein Prophet wünschte sich je den Tod, bevor Yūsuf, Friede sei auf ihm, dies tat.

Ebenso überlieferten Ibn Ǧarīr und as-Suddī von Ibn ʿAbbās, dass er der erste Prophet gewesen sei, der darum bat. Es ist möglich, dass er der Erste war, der darum bat, im Islam zu sterben – so wie Nūḥ der Erste war, der sagte: „Mein Herr, vergib mir und meinen Eltern und jedem, der mein Haus als Gläubiger betritt.“ Und es ist möglich, dass er als Erster darum bat, dass dies unverzüglich geschehe. Das geht aus dem Wortlaut von Qatāda hervor; doch dies ist in unserer Gesetzgebung nicht zulässig.

Imām Aḥmad ibn Ḥanbal – Allah erbarme sich seiner – sagte: Ismāʿīl ibn Ibrāhīm berichtete uns, ʿAbd al-ʿAzīz ibn Ṣuhayb berichtete uns, von Anas ibn Mālik, der sagte: Der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Friede seien auf ihm – sagte: „Keiner von euch soll sich wegen eines Unglücks, das ihn getroffen hat, den Tod wünschen. Wenn er den Tod unbedingt wünschen muss, soll er sagen: O Allah, lass mich leben, solange das Leben besser für mich ist, und berufe mich ab, wenn das Sterben besser für mich ist.“

Imām Aḥmad sagte ferner: Abū l-Muġīra berichtete uns, Maʿān ibn Rifāʿa berichtete uns, ʿAlī ibn Yazīd berichtete mir, von al-Qāsim, von Abū Umāma, der sagte: Wir saßen beim Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede seien auf ihm –, gedachten der Dinge und wurden dadurch weichherzig. Saʿd ibn Abī Waqqāṣ weinte lange und sagte: „Ach, wäre ich doch gestorben!“ Da sagte der Prophet – Allahs Segen und Friede seien auf ihm: „O Saʿd, wünschst du dir in meiner Gegenwart den Tod?“

Er wiederholte dies mehrmals und sagte dann: „O Saʿd, wenn du für das Paradies bestimmt bist, dann ist jedes zusätzliche Stück deiner Lebenszeit und jede Verbesserung deiner Taten gut für dich.“

Imām Aḥmad sagte ferner: Ḥasan berichtete uns, Ibn Laḥīʿa berichtete uns, Abū Yūnus – das ist Sulaym ibn Ǧubayr – berichtete uns, von Abū Hurayra, vom Propheten – Allahs Segen und Friede seien auf ihm –, dass er sagte: „Keiner von euch soll sich den Tod wünschen oder darum bitten, bevor er ihn erreicht, es sei denn, er ist sich seiner Taten gewiss. Denn wenn einer von euch stirbt, enden seine Taten, und das Leben des Gläubigen fügt ihm nur Gutes hinzu.“ Diesen Bericht überlieferte ausschließlich Aḥmad.

Dies gilt, wenn das Unglück nur ihn selbst betrifft. Wenn es aber eine Versuchung für den Glauben ist, darf man um den Tod bitten. So berichtet Allah von den Zauberern, als Pharao sie von ihrer Religion abbringen wollte und ihnen mit dem Tod drohte. Sie sagten: „Unser Herr, gieße Geduld über uns aus und lass uns als Muslime sterben.“

Und Maryam sagte, als die Wehen sie zum Stamm der Dattelpalme gedrängt hatten: „Wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!“ Sie wusste nämlich, dass die Menschen sie der Unzucht bezichtigen würden, denn sie war nicht verheiratet, war aber schwanger geworden und hatte ein Kind geboren. Man würde sagen: „Wie ist ihr das geschehen?“ Deshalb begegneten sie ihr zuerst mit den Worten: „O Maryam, du hast wahrlich etwas Unerhörtes getan!

O Schwester Hārūns, dein Vater war kein schlechter Mann und deine Mutter keine unzüchtige Frau.“ Doch Allah verschaffte ihr aus dieser Lage einen Ausweg und ließ das Kind in der Wiege sprechen: Es sei Allahs Diener und Sein Gesandter. Dies war ein gewaltiges Zeichen und ein offenkundiges Wunder – Allahs Segen und Friede seien auf ihm.

Im Ḥadīṯ von Muʿāḏ, den Imām Aḥmad und at-Tirmiḏī überlieferten, findet sich in der Erzählung vom Traum und dem darin enthaltenen Bittgebet: „Wenn Du für ein Volk eine Versuchung willst, dann berufe mich zu Dir ab, ohne mich der Versuchung auszusetzen.“

Imām Aḥmad sagte: Abū Salama berichtete uns: ʿAbd al-ʿAzīz ibn Muḥammad berichtete uns, von ʿAmr, von ʿĀṣim, von ʿUmar ibn Qatāda, von Maḥmūd ibn Labīd, dass der Prophet – Allahs Segen und Friede seien auf ihm – sagte: „Zwei Dinge missfallen dem Sohn Adams: der Tod – doch der Tod ist für den Gläubigen besser – und wenig Besitz; doch wenig Besitz bedeutet eine geringere Abrechnung.“

Wenn Versuchungen den Glauben bedrohen, darf man also um den Tod bitten. Deshalb sagte ʿAlī ibn Abī Ṭālib, Allahs Wohlgefallen auf ihm, am Ende seiner Herrschaft, als er erkannte, dass sich die Angelegenheiten nicht zu seinen Gunsten fügten und die Lage nur noch schwieriger wurde: „O Allah, nimm mich zu Dir, denn ich bin ihrer überdrüssig geworden, und sie sind meiner überdrüssig geworden.“ Als al-Buḫārī – Allah erbarme sich seiner – von den Prüfungen getroffen wurde und ihm widerfuhr, was ihm mit dem Herrscher von Ḫurāsān widerfuhr, sagte er: „O Allah, berufe mich zu Dir ab.“

In einem Ḥadīṯ heißt es: „Ein Mann wird an einem Grab vorbeigehen“ – gemeint ist in der Zeit des Daǧǧāl – „und sagen: ‚Wäre ich doch an deiner Stelle!‘“, wenn er die Versuchungen, Erschütterungen, Bedrängnisse und schrecklichen Ereignisse sieht, die für jeden, der ihnen ausgesetzt ist, eine Prüfung darstellen.

Abū Ǧaʿfar ibn Ǧarīr sagte: Es wird berichtet, dass die Söhne Yaʿqūbs, die Yūsuf das angetan hatten, was sie ihm angetan hatten, von ihrem Vater um Vergebung gebeten wurden. Allah nahm ihre Reue an, verzieh ihnen und vergab ihnen ihre Sünden.

Al-Qāsim berichtete uns, al-Ḥasan berichtete uns, Ḥaǧǧāǧ berichtete mir, von Ṣāliḥ al-Murrī, von Yazīd ar-Raqāšī, von Anas ibn Mālik, der sagte: Als Allah Yaʿqūbs Familie wiedervereinigte und seine Augen erfreute, zog sich dieser mit seinen Söhnen zu einem vertraulichen Gespräch zurück. Einige sagten zueinander: „Wisst ihr nicht, was ihr getan habt und was der alte Mann durch euch erlitten hat – und was Yūsuf durch euch erlitten hat?“ Sie sagten: „Doch.“ Er sagte: „Lasst euch nicht dadurch täuschen, dass die beiden euch vergeben haben.

Was wird aus euch, wenn euer Herr euch nicht vergibt?“ Da kamen sie überein, zum alten Mann zu gehen. Sie setzten sich vor ihn, während Yūsuf neben seinem Vater saß. Sie sagten: „Vater, wir sind mit einer Angelegenheit zu dir gekommen, mit der wir noch nie zuvor zu dir gekommen sind.

Uns ist etwas widerfahren, wie es uns noch nie widerfahren ist.“ Sie rührten ihn so sehr, dass er bewegt wurde; die Propheten sind ja die barmherzigsten Menschen. Er sagte: „Was ist mit euch, meine Söhne?“ Sie sagten: „Weißt du nicht, was wir dir und unserem Bruder Yūsuf angetan haben?“

Er sagte: „Doch.“ Sie sagten: „Habt ihr beide uns nicht vergeben?“ Sie antworteten: „Doch.“ Sie sagten: „Eure Vergebung nützt uns nichts, wenn Allah uns nicht vergeben hat.“ Er sagte: „Was wollt ihr also, meine Söhne?“ Sie sagten: „Wir möchten, dass du Allah für uns bittest.

Wenn dir durch die Offenbarung von Allah mitgeteilt wird, dass Er uns das, was wir getan haben, vergeben hat, werden unsere Augen froh und unsere Herzen beruhigt sein. Andernfalls wird es für uns niemals Freude auf Erden geben.“ Da stand der alte Mann auf und wandte sich zur Gebetsrichtung. Yūsuf stellte sich hinter seinen Vater, und sie stellten sich demütig und andächtig hinter die beiden.

Er sprach das Bittgebet, und Yūsuf sagte „Āmīn“. Zwanzig Jahre lang wurde es für sie nicht erhört – Ṣāliḥ al-Murrī sagte, um ihnen Furcht einzuflößen. Als die zwanzig Jahre beinahe vergangen waren, kam Ǧibrīl, Friede sei auf ihm, zu Yaʿqūb und sagte: „Allah hat mich zu dir gesandt, um dir die frohe Botschaft zu verkünden: Er hat dein Bittgebet für deine Söhne erhört, ihnen vergeben, was sie getan haben, und sie nach dir durch Bündnisse für das Prophetentum auserwählt.“ Diese Überlieferung ist von Anas unterbrochen überliefert; Yazīd ar-Raqāšī und Ṣāliḥ al-Murrī sind sehr schwache Überlieferer.

As-Suddī erwähnte, dass Yaʿqūb, als sein Tod nahte, Yūsuf auftrug, ihn neben Ibrāhīm und Isḥāq zu bestatten. Als er gestorben war, wurde sein Leichnam einbalsamiert und nach aš-Šām gebracht; dort wurde er neben ihnen bestattet, Friede sei auf ihnen. Der Ḥadīṯ „Keiner von euch soll sich wegen eines Unglücks, das ihn getroffen hat, den Tod wünschen: Wenn er rechtschaffen ist, kann er noch mehr Gutes tun; wenn er aber sündig ist, kann er vielleicht noch umkehren.

Er soll vielmehr sagen: O Allah, lass mich leben, solange das Leben besser für mich ist, und berufe mich ab, wenn das Sterben besser für mich ist“ überlieferten al-Buḫārī und Muslim in ihren beiden Ṣaḥīḥ-Werken.

Tafsīr al-Baġawī

„Mein Herr, Du hast mir etwas von der Herrschaft gegeben“ – das heißt: die Herrschaft über Ägypten. Herrschaft bedeutet hier die Erweiterung der Macht und der Handlungsmöglichkeiten für denjenigen, der politische Führung und Verwaltung ausübt.

„Und Du hast mich etwas von der Deutung der Berichte gelehrt“ – das heißt: die Traumdeutung.

„Erschaffer“ – das bedeutet: O Erschaffer! „Der Himmel und Erde“ – das heißt: Du hast beide erschaffen. „Du bist mein Schutzherr“ – das heißt: mein Helfer und derjenige, der meine Angelegenheiten führt. „Im Diesseits und im Jenseits.

Berufe mich als Muslim ab“ – das heißt: Nimm mich als Muslim zu Dir. „Und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf“ – damit meint er seine Vorväter, die Propheten.

Qatāda sagte: Keiner der Propheten bat um den Tod außer Yūsuf. In der Überlieferung heißt es: Als Allah seine Familie wiedervereinigte und ihm seine Eltern und Angehörigen zuführte, sehnte er sich nach seinem Herrn, Erhaben und Mächtig ist Er, und sprach diese Worte. Al-Ḥasan sagte: Er lebte danach noch viele Jahre. Ein anderer sagte: Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, verging keine Woche, bis er starb.

Über die Dauer von Yūsufs Abwesenheit von seinem Vater gab es unterschiedliche Auffassungen. Al-Kalbī sagte: zweiundzwanzig Jahre. Einer anderen Meinung zufolge waren es vierzig Jahre. Al-Ḥasan sagte: Yūsuf wurde im Alter von siebzehn Jahren in den Brunnen geworfen, war achtzig Jahre von seinem Vater getrennt, lebte nach dem Wiedersehen mit Yaʿqūb noch dreiundzwanzig Jahre und starb im Alter von einhundertzwanzig Jahren.

In der Tora heißt es, er sei im Alter von einhundertzehn Jahren gestorben. Yūsuf hatte mit der Frau al-ʿAzīzs drei Kinder: Afrāyīm, Mīšā und Raḥma, die Frau des schwer geprüften Ayyūb. Einer Meinung zufolge lebte Yūsuf nach seinem Vater noch sechzig Jahre, einer anderen zufolge länger. Die Berichte darüber gehen auseinander.

Er starb im Alter von einhundertzwanzig Jahren. Man bestattete ihn in einer Marmorkiste im Nil. Als er gestorben war, stritten die Menschen um seinen Leichnam: Die Bewohner jedes Stadtviertels wollten ihn in ihrem Viertel bestatten, in der Hoffnung auf seinen Segen, bis sie beinahe gegeneinander kämpften. Schließlich beschlossen sie, ihn im Nil zu bestatten, an der Stelle, an der sich das Wasser in Ägypten verteilt, damit das Wasser an ihm vorbeifließe und sein Segen alle erreiche.

ʿIkrima sagte: Er wurde am rechten Ufer des Nils bestattet; dieses Ufer wurde fruchtbar, während das andere unfruchtbar wurde. Daraufhin bestatteten sie ihn in der Mitte des Flusses und bestimmten den Ort mit einer Kette. So wurden beide Ufer fruchtbar, bis Mūsā ihn herausholte und in aš-Šām nahe bei seinen Vorvätern bestattete. Danach wurde er an das linke Ufer gebracht; dieses wurde fruchtbar, während das andere unfruchtbar wurde.

Bestätigender Hadith

In „Ṣaḥīḥ al-Buḫārī“ (Nr. 4437) wird von ʿĀʾischa überliefert, dass die letzten Worte des Propheten Muḥammad vor seinem Tod waren: „O Allah, zur höchsten Gemeinschaft der Rechtschaffenen!“ (Allāhumma fī r-Rafīq al-Aʿlā).

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